Die Kolibris gehören zu der Klasse der Vögel, zur Überordnung
der Baumvögel (ihre winzigen Füße sind nur zum Festhalten an
Zweigen, nicht zum Laufen geeignet), zur Familie der Seglerartigen (wie z.B.
der Mauersegler) und zur Ordnung der Kolibris (Trochili).
Es gibt zwei Unterfamilien, die Schattenkolibris und die eigentlichen Kolibris.
Kennzeichen der Schattenkolibris: düstere, nicht irisierende Gefiederfarben,
überwiegend Insektenfresser (Insectivore) und Bau von kegelförmigen
Hängenester.
Kennzeichen der eigentlichen Kolibris: metallisch schimmerndes Gefieder, Ernährung
von Blütennektar (Nectarivore), Bau von Napfnestern, die den Ästen
aufsitzen.
Es sind ca. 330 Kolibriarten bekannt, die über ganz Nord- und Südamerika
verbreitet sind. (s. Abb. 1)
Die meisten Arten leben rund um den Äquator, dort können sie sich
nämlich das ganze Jahr von Blütennektar und Insekten ernähren.
Einige von Ihnen machen jedes Jahr weite Wanderungen. Dabei legen sie im Herbst
und Frühjahr jeweils bis zu 3500 km (so weit wie von Stockholm nach Rom)
zurück und überfliegen im Nonstopflug den Golf von Mexiko.
• viele Arten haben eine Gesamtlänge von weniger als 8 cm
• die kleinste Art wiegt nur 2g: kubanische Bienenelfe
Die Federn eines Kolibris sind unauffällig grau. Trotzdem sind die kleinen
Vögel vor allem wegen ihrer leuchtenden Farben bekannt: Das Geheimnis liegt
in der Feinstruktur der Federn. An der Ober- und Unterseite wird das Licht unterschiedlich
stark gebrochen, wodurch der Eindruck strahlenden Schillerfarben entsteht.
>> Die Farben entstehen also nicht durch eingelagerte Farbpigmente sondern
durch ein physikalisches Phänomen.
Kolibris benutzten die Farbwirkung bei der Verteidigung ihres Reviers.
Meist schimmert das Gefieder der Kolibris metallisch grün. Die Kehle ist
oft glänzend rot, blau oder samtgrün, meist aber nur bei den Männchen.
(s. Abb. 2)
Bei Kolibris ist das „Ellenbogengelenk“ sehr nah am Körper,
haben die Flügel größtmögliche Flexibilität und Hebelwirkung,
d.h. eine außergewöhnlich große Beweglichkeit.
Die Flugmuskulatur ist bei den Kolibris am Besten ausgebildet.
Die Schnäbel sind je nach Art unterschiedlich geformt und damit optimal
an die Blüten angepasst, für die sich der Kolibri spezialisiert hat:
Flache Blüten können nur mit kurzen Schnäbeln ausgesaugt werden,
trichterförmige dagegen nur mit langen schmalen Schnäbeln. (s. Abb.
3)
Den längsten Schnabel hat der Schwertschnabelkolibri: mit 10 cm ist er
länger als der ganze Körper. (s. Abb. 4)
Die Schattenkolibris haben hauptsächlich deutlich gekrümmte Schnäbel,
damit sie sowohl Blütennektar wie auch Insekten fressen können.
Die eigentlichen Kolibris haben meist mittellange, relativ gerade oder schwach
gekrümmte Schnäbel, denn sie ernähren sich ja hauptsächlich
von Nektar.
Die Zunge ist auch besonders lang und vorne gegabelt. Sie spielt neben dem Schnabel
eine wichtige Rolle beim Aufsaugen des Nektars.
Das kräftige Herz schlägt pro Minute 1800 mal (!!) und wiegt ein Viertel
des ganzen Körpergewichts. (Das wäre so, wie wenn das Herz eines 40kg
schweren Jungen 10kg schwer wäre!).
Das charakteristischste Kennzeichen des Kolibris ist der Schwirrflug. Dadurch
können die Vögel leicht an die in der Luft hängenden Blüten
herankommen.
Der Vogel „steht“ dabei vor der Blüte, wobei die Flügelbewegung
eine liegende Acht beschreibt.
Die Kolibris können als einzige Vögel auch rückwärts fliegen.
Kolibris ernähren sich fast ausschließlich von Blütennektar.
Wegen des hohen Energieverbrauchs beim Fliegen müssen sie täglich
halb so viel Nektar trinken, wie sie selbst wiegen.
Die Nester der Kolibris sind ebenso zart und klein wie die Vögel selbst.
Sei bestehen meist aus Spinnweben, festen Pflanzenfasern oder Moos. (s. Abb.
5)
Sie sind meist der Umgebung gut angepasst und so schwer zu entdecken. Die Jungen
(meist 1–2, die kleinsten Vogeleier überhaupt!) werden auch mit Nektar
gefüttert, bis sie flügge sind.
Die Kolibris haben in den unterschiedlichen Sprachen sehr schöne klingende
Namen bekommen:
spanisch: Blütenpicker (picaflor)
französisch: Fliegen-Vogel (oiseau-mouche)
englisch Summvogel (hummingbird)
portugiesisch: Blütenküsser
Der Kolibri ist ein aufgrund seiner besonderen Flugkünste und seiner Größe
und seines Körperbaus ein ganz besonderer und faszinierender Vogel!