Krokodile gehören zu den größten heute lebenden Reptilien. Sie sind die nächsten lebenden Verwandten der Vögel. Die ersten Krokodile tauchten vor rund 200 Millionen Jahren auf und lebten ursprünglich an Land. Später entwickelten sie sich zu wasserlebenden und amphibischen Formen. Ein in Niger entdecktes fossiles Krokodil, das vor 110 Millionen Jahren lebte, wurde 12 Meter lang und erbeutete wahrscheinlich Dinosaurier. Ein 70 Millionen Jahre altes madagassisches Krokodil ernährte sich von Pflanzen.
Im Gegensatz zu anderen Reptilien haben Krokodile ein vierkammeriges Herz. Das Großhirn ist im Vergleich zu dem der Säugetiere winzig.
Es gibt 3 Familien der Krokodile: die echten Krokodile, die Gaviale und die Alligatoren, zu denen auch die Kaimane zählen.
Heute möchte ich aber über das Nilkrokodil erzählen, das zu den echten Krokodilen gehört. Es ist die größte räuberisch lebende Tierart Afrikas. Es erreicht eine Länge bis zu sechs Meter und kann bis zu einer Tonne wiegen.
Das Nilkrokodil ist fast überall in Afrika anzutreffen - von Ägypten bis nach Südafrika. In der Sahara gibt es eine kleinere Wüstenform, die 2 Meter lang wird. Diese kleinen Nilkrokodile werden die Krokodile von Enedi genannt. In seinem Verbreitungsgebiet lebt das Nilkrokodil an Flussufern, Seen und Wasserlöchern.
Im Frühling lockt das Männchen das Weibchen an, indem es ab und zu mit dem Kopf aufs Wasser schlägt und lässt das Wasser durch Muskelzittern aufblubbern. Die Paarung wird im flachen Wasser vollzogen. Später gräbt das Krokodilweibchen ein Nest am Flussufer und legt darin seine 30 bis 70 hartschaligen Eier ab. Das Nest wird mit verrottetem Pflanzenmaterial und Sand bedeckt. Es muss nah am Wasser liegen, damit das Weibchen es besser bewachen kann – und das 90 Tage lang.
Im Moment des Schlüpfens fangen die Jungen in der Schale an zu quäken. Dadurch kommt die Mutter ans Ufer und gräbt die Jungen aus. Notfalls bricht sie sogar die Eierschalen auf. Nach dem Schlüpfen werden sie von der Mutter mit dem Maul nacheinander ins Wasser transportiert. Dort bewacht sie die Jungen weiter.
Das Nilkrokodil lauert unwachsamen Tieren auf, die zum Trinken ans Wasser kommen. Zu seiner Beute zählen vor allem Gnus, Gazellen, Büffel, Wildhunde, Löwen und gelegentlich Menschen. Es zieht das Opfer mit Hilfe seiner kräftigen Kiefer unter das Wasser, damit es ertrinkt. Da Krokodile nicht kauen können, wir die Beute nicht sofort verzehrt, sondern erst einmal unter einem Ufervorsprung oder Baumstamm unter Wasser eingekeilt – wo sie ein paar Tage verrottet. Krokodile fressen ihre Beute samt Knochen, Hufen und Geweih auf - starke Magensäfte lösen diese Hartteile auf.
Verwandte des Nilkrokodils sind unter anderem das Leistenkrokodil (das größte aller Krokodile), das Sumpfkrokodil und das Stumpfkrokodil (der kleinste Vertreter der Gruppe).
Das Nilkrokodil ist noch weit verbreitet, aber fast alle übrigen Arten sind ernsthaft bedroht, da sie wegen ihrer Haut und ihres Fleisches gejagt werden.